DER NAN-LOOP TEIL 2

DER WESTERN FRISÖR...
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...IN AKTION
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NAN LOOP
DAS QUARTIER FÜR DIE NACHT IN PHRAE
WAT PHRA THAT CHOM CHAENG
WAT PHRA THAT CHOM CHAENG
EIN MAGISCHER UNHEIMLICHER ORT
EIN MAGISCHER UNHEIMLICHER ORT

SO SIEHT DER TEMPEL SCHÖN, ABER HARMLOS AUS...
SO SIEHT DER TEMPEL SCHÖN, ABER HARMLOS AUS...
... BIS MAN DIESE SZENERIE ENTDECKT
... BIS MAN DIESE SZENERIE ENTDECKT

Diese Folge beschreibt die Etappe mit dem Reisegefährten auf einer Honda Phantom von Lampang bis Phrae.


Ich gestehe, ich war ein wenig enttäuscht von der Strecke, es kommt vermutlich drauf an, was man von einer Tour mit dem Moped erwartet, ich persönlich mag lieber kleinere Straßen, auch wenn der frische Asphalt auf diesem Teilstück der Strecke in 1A Zustand ist. Was allerdings auch dazu führt, dass auf der an manchen Stellen 6-spurigen Autobahn-ähnlichen Strecke ziemlich gerast wird. Der thailändische Staat baut hier ganz offensichtlich die Route gen Norden massiv aus, die bessere Anbindung an Laos und damit vorallem natürlich auch an China ist wohl das Ziel. Aber so kommt man natürlich auch ganz schön zügig vorwärts, wenn man das will, irgendwann haben wir aber dann doch die Nase voll von den an uns vorbei brausenden Lastern und biegen vom Highway 11 ab, auf die deutlich kleinere Strasse 1023, und nach zweieinhalb Stunden sind wir In Phrae.

Das Bua Khao Hotel ist unser Quartier für die Nacht, ein unfassbar gigantisches Gebäude und komplett aus Teak gebaut. Offensichtlich sind wir die einzigen Gäste, wie überhaupt der gesamte Ort eine seltsam entrückte Schläfrigkeit ausstrahlt, hier gehen die Uhren wirklich in Zeitlupe... Ich mag das, als Gast taucht man ab in eine andere Art zu leben, und mir fällt mal wieder auf, dass diese ewige Hektik im heimischen Deutschland eigentlich nicht not tut, wenn diese Erkenntnis meist auch nicht lange anhält...

Nach einer kleinen Erholungspause machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Hier, im abgelegenen Nordosten Thailands spricht niemand englisch, was uns aber selbstverständlich nicht davon abhält, auf dem opulenten Nachtmarkt, mit Fingern auf alles zu zeigen, was uns schmackhaft erscheint, und wir werden nicht enttäuscht. Da allerdings das Angebot an Nachtleben doch eher überschaubar ist, liegen wir um neun im Bett, diese Tour ist wirklich sehr erholsam. Am nächsten Morgen beschliesst der Reisegefährte, dass er dringend einen Haarschnitt braucht und unglaublich, aber wahr, auf unserer Erkundungstour, vorbei an Herrenhäusern und unzähligen Tempelanlagen, die wir fast alle anschauen, finden wir tatsächlich einen Frisör. Der gute Mann ist offensichtlich ein Western Fan, wie seine Ladendekoration unschwer erkennen lässt, und nach einigen lustigen Missverständnissen, darf der Reisegefährte auf den Stuhl zum Haare schneiden. Vermutlich ist er mit dieser Aktion Stadtgespräch, der bereits wartende thailändische Kunde traut seinen Augen kaum, und muss gleich seine Freunde anrufen, aufgeregt spricht er gleich mehrfach laut in sein Iphone. An unser Ohr dringt der Name David Beckham... Zu guter letzt wird der pseudoprominente deutsche Gast dann auch noch fürs Album des Geschäfts von allen Seiten fotografiert und alle sind glücklich. 
Bevor wir die Weiterreise gen Nan antreten, liegt noch ein Tempel auf dem Weg, den wir uns nicht entgehen lassen wollen, auch wenn die Beschreibung im Reiseführer jetzt nicht so enthusiastisch klingt, der Wat Phra That Chom Chaeng. Es handelt sich um einen Waldtempel, abgelegen im, im Januar ziemlich verdorrten Grün, etwa 10 km ausserhalb von Phrae. Wie besonders dieser Ort ist, und vorallem, wie unheimlich, erschliesst sich erst, wenn man quasi auf der Rückseite der Anlage angekommen ist. Hier hat ein offensichtlich ziemlich kreativer Mensch mit sehr sehr dusterer Fantasie seine Vorstellung von allen Arten von Höllenfeuern in Beton gegossen. Dass es auch im Buddhismus eine Hölle gibt, war mir bis dahin unbekannt. Aber hier wird im grossen Stil, und das im wahrsten Sinne des Wortes, die Figuren sind überlebensgross, gefoltert, gevierteilt, ertränkt und gewürgt, da sag nochmal einer der Buddhist sei besonders friedfertig... Der Ort ist wirklich seltsam, freundlich lächelnde Mönche fegen den Boden zwischen grausam entstellten menschlichen Figuren, aber vielleicht braucht ja jeder Mensch eine Art Ventil für seine dunklen Seiten, besser er lässt es am Beton aus.... Nachdenklich steigen wir auf unser Gefährt und verlassen diesen unheimlichen, aber auch faszinierenden Ort und düsen in Richtung Nan.


Nächste Woche berichte ich dann von Häusern aus Gold, 1000 Kurven und Cappuccino unter rosa Blüten.

 

Bua Khao HOTEL

8 Soi 1, Th Charoen Meuang, Phrae. Telefon: 5451 1372

Nachtmarkt in Phrae

Der kleine, aber feine Nachtmarkt findet jeden Abend statt. Location: ausserhalb der Victory Gate Kreuzung. Der Händler vor dem chinesischen Schrein macht super leckeren Somtum.

Waldtempel

Wat Phra That Chom Chaeng. Der Tempel ist leider nicht einfach zu finden, er befindet sich etwa 3 kilometer entfernt vom berühmtesten Tempel der Gegend, dem Wat Phra That Cho Hae, auf der Cho Hae Road, den kennt jeder. Man braucht auf jeden Fall ein eigenes Transportmittel.

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