Kochen & Essen gegen Fernweh

Manchmal leiden auch Reiseblogger unter Fernweh. Die meisten von uns sind nicht nonstop unterwegs, manchmal sind wir auch in Deutschland, und haben Sehnsucht nach der Ferne. In meinem Fall Sehnsucht nach Thailand, und ganz besonders nach Thaifood. Wenn man einmal die Chance hatte das Original Thaifood zu kosten, ist man irgendwie verdorben für deutsche Restaurants, die sowas Ähnliches anbieten, in den meisten Fällen hat das mit dem echten Thaifood wenig zu tun. Also hilft nur selber kochen, mir zumindest. In meiner Küche stapeln sich die Kochbücher mit Curries und Streetfoodrezepten, und auch, wenn der Geschmack an die Originale nicht heranreicht, fühl ich mich beim kochen, und natürlich auch beim essen, mit Thailand verbunden.

 

Und da hab ich mich gefragt, ob es meinen Reisebloggerkollegen vielleicht auch so geht?
Johannes von »The Travel Episodes«, Florian von »Flocutus«, Tobi von »Home is where your Bag is«, Fränzi & Simon von »Um die Weltreise«, Marianna von »Weltenbummlermag«, Armin von »4 ever Thailand« und ich haben unsere liebsten Rezepte gegen Fernwehh aufgeschrieben.

 

Guten Appetit, aroy mak mak, wie die Thais sagen!

JOHANNES

Sticky Rice mit Mango
Den besten finde ich nur in Bangkok, auf dem Street Food Markt in der Sukhumvit Soi 38. Doch ich habe eine Variante für daheim entwickelt, deren einzige Herausforderung ist, eine reife Mango zu finden. Doch das ist wirklich schwer!
Statt Klebreis verwende ich Milchreis, da man diesen ohne lange Vorbereitung verwenden kann.

400 ml Milch
400 ml Kokosmilch
100 ml Wasser
150 g Milchreis
Prise Salz
3 El Zucker
Vanille, Kardamom, je nach Geschmack
1 Mango
gehackte Mandeln

Milch und 300 ml der Kokosmilch aufsetzen, wenn es kocht Milchreis und Wasser hinzugeben und Temperatur auf 1/3 reduzieren. Gerade am Anfang öfter umrühren, damit sich keine Klumpen bilden. Eine Prise Salz und Gewürze hinzugeben. Etwa 40 Minuten zugedeckt köcheln lassen, dann mit 2 Esslöffel Zucker (je nach Geschmack mehr) süßen.
Währenddessen die Mango schälen und in Streifen schneiden. Sie sollte so reif sein, dass es eine kleine Schweinerei wird.
Den Rest der Kokosmilch in einem kleinen Topf erwärmen und mit 1 Esslöffel (oder mehr) Zucker süßen.
Milchreis mit Mango anrichten, etwas Kokosmilch als Soße dazu und mit gehackten Mandeln bestreuen. Guten Appetit!

 

Seit 2013 ist Johannes Herausgeber von Reisedepeschen, seit 2015 von The Travel EpisodesEr mag Apfelschorle in 0,5l-Flaschen und lebt in Berlin.
Auf The Travel Episodes verschmelzen die Grenzen: Ausgewählte Autoren erzählen multimedial in Text, Video und Foto ihre Erlebnisse in inspirierenden Reisereportagen.


FLORIAN

Fernweh heißt für mich auch Heimweh nach den leckeren Gerichten, die ich beim Reisen kennengelernt habe. Meine persönlichen Lieblingsgerichte kommen fast alle aus Thailand: Som Tam, Tom Yum, Laap und am allerliebsten Curries in allen 3 Ampelfarben.
Als Kochmuffel bin ich also immer auf der Suche nach Thai Restaurants, die halbwegs authentisch schmecken. Das ist selbst in den Nachbarländern von Thailand eine echte Herausforderung, ganz zu schweigen vom Rest der Welt.
Auch Ex-Premier Yingluck Shinawatra hat sich auf ihren Dienstreisen über die durchwegs schlechte Qualität von Thai Food im Ausland gewundert und eine sonderbare Initiative in's Leben gerufen: Einen Roboter namens e-delicious, der bei schlechtem grünen Curry Alarm schlägt!
Egal ob das nur ein PR-Gag ist, für mich ist das der endgültige Beweis, dass Roboter in Zukunft unser Arbeit wegnehmen - in diesem Fall: meinen Traumjob.

Andererseits: In Thailand von Tür zu Tür gehen und grüne Curries testen mag ein Traumjob sein, aber im Rest der Welt ist das oft ein Alptraum ;)
Übrigens: Nicht überall auf der Welt ist Thai Food schlecht. Gerade an der Westküste der USA gibt es dank Einwanderung von Thais erstaunlich leckere und authentische Thai Restaurants, z.B. in San Diego, San Francisco und ganz besonders in Los Angeles.

flocutus.de ist ein Reiseblog über Backpacking in Thailand und anderen Ländern mit leckerem Essen.


TOBI

Eines meiner Lieblingsgerichte, die ich auch zu Hause gegen kulinarisches Fernweh nach Thailand koche, ist Panaeng Curry. Das Gericht ist leicht zuzubereiten und selbst für mich einfach, denn ich bin absolut kein Kochprofi.

Das klassische Thai-Gericht wird mit einer speziellen Panaeng-Paste zubereitet. Als erstes wird diese in einen erhitzten Wok gegeben. Dazu ein Schuss Kokosnussmilch. In dieser Kombination wird dann das Fleisch angebraten. Mein Favorit wäre hier Schweine- oder Hähnchenfleisch, aber es geht selbstverständlich auch mit Rind.

Grundsätzlich ist Panaeng Curry kein Gericht, das viel Gemüse beinhaltet. Lediglich ein paar grüne lange Bohnen, aber wenn du möchtest kannst du auch Karotten oder andere Gemüsesorten hinzugeben.

Nachdem das Fleisch in der Mischung aus Paste und Kokosnussmilch so gut wie durch ist, gibst du das Gemüse hinzu. Danach etwas Zucker und Fischsauce, die in fast jedem thailändischen Gericht enthalten ist. Am Ende nochmal Kokosnussmilch.

Panaeng Curry ist eines der wenigen Curries, die sehr wenig Sauce besitzen, aber je nachdem wie du es magst, kannst du auch mehr Sauce erzeugen, indem du mehr Kokosnussmilch hinzu gibst. Die Panaeng-Paste ist relativ scharf, d.h. je mehr Paste du benutzt, desto schärfer wird das Gericht.

Serviert wird dazu natürlich Reis und garniert wird das Panaeng Curry öfters mit Zitronenblättern und geschnittenen Chilis. Guten Appetit!

 

Tobi ist digitaler Nomade und Blogger bei Home is where your Bag is, den er zusammen mit Marcel betreibt. Auf dem Blog mit Schwerpunkt Südostasien findest du viele Reiseberichte, Geheimtipps, Strandguides und mehr.


FRÄNZI & SIMON

Exotischer Fruchtsalat

Das Fernweh-Rezept für Köche mit zwei linken Händen.
Wir lieben das Exotische beim Reisen, so auch in der Küche. Da wir beide absolute Gourmet- und Kochbanausen sind, können wir mit keinem Feinschmecker-Rezept auftrumpfen, leider.
Um das Fernweh trotzdem kulinarisch zu stillen, und das exotische im Alltag unterzubringen, gibt es für uns nichts einfacheres und erfrischenderes, als einen exotischen Fruchtsalat. So holen wir uns mit kleinem Aufwand die Welt in unsere Küche.

Zubereitung
- 1 Mango
- 1 Baby-Ananas
- 1 Kiwi
- 1 Handvoll Beeren, welche gerade Saison haben
- 1 Passionsfrucht
- 1 EL Limettensaft
- 1 EL Kokosnuss-Flocken
Alles mischen, frisch geniessen und genüsslich in die Ferne schweifen.

Wer steckt hinter um die Weltreise?
Wir sind um die Welt gereist, unternehmen vom Kurztripp bis zur Weltreise alles, um neue Orte zu entdecken. Wir hatten 2.5 Jahre Auszeit genommen, haben uns zurück im Alltag eingelebt, haben unsere Zelte in der Schweiz mehr als einmal komplett abgebrochen und sind noch immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Wir schreiben auf um die Weltreise, weil wir das Reisen lieben.


MARIANNA

Das Souvenir-Rezept für Süßkartoffel-Pommes mit Roquefort-Dip aus Tel Aviv

Zutaten für 2 Personen:

400 Gramm Süßkartoffeln

50 Gramm Roquefort Käse

200 Gramm Joghurt

Zubereitung:

Süßkartoffeln mit Schale in Spalten schneiden. Mit Olivenöl, 2-3 ganzen ungeschälten Knoblauchzehen, Oregano, Pfeffer und Salz auf ein Backblech bei 225 Grad Celsius in den vorgeheizten Ofen schieben. Die Kartoffeln brauchen ca. 30-45 Minuten bis sie fertig sind. Der Dip: Ein Stück Roquefort-Käse, am besten mit wenig anfangen, mit der Gabel zerdrücken und mit viel Joghurt verrühren. Kosten, ob es mehr Joghurt oder mehr Käse sein darf. Mit Pfeffer abschmecken.

Die heißen Süßkartoffel-Pommes in den Dip tunken und genießen.

 

Ein paar weitere Fernweh-Rezepte hab ich in meinem aktuellen Buch "111 Gründe, um die Welt zu bereisen"  zusammengestellt.

 

Marianna ist Hamburgerin mit griechischen Wurzeln, studierte in Berlin Literatur-, Kultur- und Rechtswissenschaften und arbeitete in Indien, Griechenland und München. Sie lebt in Berlin, ist als Autorin, Webdesignerin und Fotografin tätig, wenn sie ihrer kleinen gerade mal nicht beim Welt erobern zuschaut.


ARMIN

Hi ich bin Armin, komme aus Südtirol und liebe thailändisches Essen und Thai zu kochen. Ich lebe die meiste Zeit des Jahres über in Thailand und konnte dort vieles von der thailändischen Küche lernen. Damit auch du in den Genuss kommst, verrate ich dir ein einfaches, aber sehr leckeres Rezept zum nachmachen.

 

Tom Yum Goong

Das schlimmste für mich, wenn ich nicht gerade in Thailand bin, ist für tatsächlich der Verzicht des leckeren Thai Food. Die herzhaften Gerichte und die feurigen Currys sind einfach etwas vom leckersten überhaupt. Da ich aus Südtirol komme und es dort keine Thai Restaurants gibt und ebenso sehr schwer ist an thailändische Zutaten zu kommen, musste ich etwas erfinderisch werden. Eines der einfachsten Gerichte (und auch eines meiner liebsten) ist die traditionelle Tom Yum Suppe. Das Rezept ist einfach und zum Schluß findest du noch einen leckeren, wenn auch verrückten Tipp von mir ;)

 

Zutaten für 4 Personen:

1 Liter Gemüsebrühe

1 frischer Thai-Ingwer, Galgant

2 Frühlingszwiebeln

1 Stängel Zitronengras

4 Zitronenblätter Blätter der Kaffir-Limette

3 Esslöffel Limettensaft

2 Esslöffel Fischsauce

1/2 Teelöffel Chili Paste

1 Bund frischen Koriander

2-5 kleine rote Chilischoten

500g rohe Hummerkrabben

2 Tomaten

200g Asiatische Poku Pilze oder kleine Champignons

Garnelen oder Meeresfrüchte

 

Zubereitung:

Die Gemüsebrühe mit Thai-Ingwer, Korianderwurzeln, Zitronenblätter, Zitronengras und Frühlingszwiebeln in einen Topf geben und 5 Minuten lassen. Jetzt kommen die Garnelen (optional), Champignons, Tomaten, etwas Chilipaste und die Fisch Sauce dazu. Das ganze muss für weitere 10 Minuten kochen. Zum Schluß mit Limettensaft abschmecken und mit frischen Chilis würzen. Etwas ziehen lassen damit der Geschmack intensiver wird und zum Abschluss mit Korianderblätter bestreuen.

Wahlweise kannst du auch die Garnelen weg lassen und andere Zutaten verwenden. Die Suppe schmeckt auch mit Hühnerfleisch, Schweinefleisch oder allem anderen das dir schmeckt. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Einer meiner liebsten, aber auch verrücktesten Kreationen ist meine Tom Yum Knödelsuppe. Klingt vielleicht verrückt, aber schmeckt extrem lecker! Hierfür mach dir einfach eine Tom Yum Suppe, aber ohne Garnelen oder Fleisch. In die Suppe kommen anschließend nur noch die Knödel rein. Am besten schmecken Speck- oder Pressknödel. Du glaubst nicht dass das schmeckt? Probier mal und teile uns deine Erfahrungen mit, ich wette du wirst überzeugt davon sein.

 

Auf www.4everthailand.com findest du neben Reiseberichten auch vieles zur thailändischen Küche und wie du selber thailändisch kochen kannst.

 


GABRIELE

Miang Kam gehört zu meinen absoluten Lieblingsgerichten in Thailand, und wenn es ganz schlimm wird mit der Sehnsucht, bastel ich mir diese schmackhafte Vorspeise zusammen. Auf Bangkoks Strassen gibt es die Zutaten schon fertig abgepackt in kleinen Plastiktüten, muss man dann nur noch zusammenrollen. Gibts hier leider nicht....

 

Miang Kam

Zutaten:

15 Betelblätter (ist hier schwer zu bekommen, es gehen auch Spinat oder junger Mangold)

1 EL gewürfelter Ingwer

2 EL Kokosflocken

2 El geröstete Erdnüsse

2 EL getrocknete Garnelen (optional, für die Thais unverzichtbar, für europäischen Geschmack, nun ja...)

2 El gehackte Schalotten

1 kleine rote Chilischote in Ringe geschnitten (wer es richtig scharf mag, auch mehr)

 

Sauce Teil 1:

1 kleine Chilischote

3 Scheiben Galgant, so klein wie möglich gehackt

1 EL getrocknete Garnelen, zerbröselt

3 EL Kokosflocken

1 El geröstete Erdnüsse, fein gehackt

 

Sauce Teil 2:

3 EL Tamarindensaft (gibt es im Asialaden)

4 EL Fischsauce

5 EL Palmzucker

75 ml Wasser

 

Zubereitung:

Sauce Teil 1, alle Zutaten im Mörser zu einer möglichst glatten Paste verarbeiten.

Sauce Teil 2, Zucker im Wasser erhitzen bis er sich auflöst, weiter auf kleiner Flamme garen bis sich ein dicker Sirup bildet. Fischsauce einrühren und Zutaten Sauce Teil 2 dazugeben. Zum Schluß den Tamarindensaft einrühren, noch ein wenig weiter köcheln lassen, vom Herd nehmen, und abkühlen lassen.

Zum Essen nimmt man sich ein Blatt, bestreicht es mit der Sauce und streut, je nach Geschmack, die Einzelteile darauf, fest zusammenrollen und mit einem Schwung in den Mund stecken. MMMHHH!!!


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Kommentare: 2
  • #1

    Lydia (Donnerstag, 30 Juni 2016 16:54)

    Juhu,

    die Rezepte klingen ja lecker. :)
    Sticky Rice mit Mango werde ich auf jedenfall mal ausprobieren!

    Liebe Grüße

    Lydia

  • #2

    Karla (Mittwoch, 28 Dezember 2016 10:21)

    Wow das sieht so lecker aus!

    Liebe Grüße aus Neustift Stubaital