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Hier findet der geneigte Leser entweder Listen mit meinen Favourites, oder allgemein hilfreiche Informationen, die so nicht im Reiseführer stehen.

WIEVIEL THAILAND PASST IN 2 WOCHEN URLAUB?

Folge 2:

Abenteuer pur!

Tauchen - Kanu fahren - Höhlen durchschwimmen - Sightseeing

Nachdem der erste Teil meiner kleinen Serie sich mit der Kombination aus Abenteuer und Strand beschäftigt hat, möchte ich heute eine Lanze für den abenteuerlustigen Sportler brechen.

 

Los geht's: Über Phuket reisen wir nach Khao Lak. Wir wollen von dort aus für ein paar Tage auf ein Tauchboot gehen, um die wunderbare Unterwasserwelt der Similan Islands zu bestaunen. Koh Bon, Koh Tachai and Richelieu Rock, um nur die spektakulärsten Divespots zu nennen, sind weit über die Grenzen Thailands hinaus bekannt als fantastische Tauchreviere für Anfänger und Könner gleichermassen. Ich persönlich hab genau da vor 15 Jahren meinen Opendiver Tauchschein gemacht und es nie bereut. Es gibt Touren für jeden Geldbeutel, ob ganz basic mit Stockbetten oder luxuriös mit Doppelkabine und eigenem Bad an Bord, auch die Länge der Touren variiert je nach Geschmack und Budget. Hier schon mal ein Link mit diversen Möglichkeiten, es gibt aber noch viel mehr. Einzig eine Einschränkung möchte ich machen, eben weil die Unterwasserwelt rund um die Inseln so besonders ist, ist die Gegend bei Tauchern auch so beliebt, heisst natürlich auch, in der Hochsaison kann es ziemlich voll werden. Wer mehr Fische als Flossen sehen möchte, sollte hier möglichst nicht in der Hauptreisezeit unterwegs sein. 

 

Nach ein paar sehr entspannten Tagen unter Wasser kann jetzt das Abenteuer Nummer 2 beginnen, wir nehmen uns ein Taxi Richtung Khao Sok National Park. Hier möchte ich euch das idyllisch gelegene Resort Morning Mist empfehlen. In der teilweise recht skurril eingerichteten Bungalowanlage hab ich drei sehr vergnügliche Tage verbracht, die Lage ist wunderbar, direkt am Fluss Klong Sok gelegen mit Blick auf das nahe Karstgebirge des Nationalparks, die Grünanlagen beherbergen unglaubliche Pflanzen, die man, wenn überhaupt, in Deutschland nur im botanischen Garten zu Gesicht bekommt, kurz, es war eine wahre Freude. Und es gibt noch einen guten Grund im Morning Mist abzusteigen, das Hotel bietet geführte Touren in den nahen Khao Sok National Park an, und das sollte man in jedem Fall wahrnehmen. Der Reisegefährte und ich haben damals die 2 Tagestour gebucht und wurden nicht enttäuscht. Der 162 Quadratkilometer große Ratchaprapha-Stausee mitten im Park war für die zwei Tage unsere Basisstation, und das ist wörtlich zu nehmen. Geschlafen, gegessen und alles andere auch wurde auf dem See, in schwimmenden Bambushütten, das ist eher nix für Freunde des Luxus, aber ich fands grossartig, es war sogar erstaunlicherweise Mückenfrei. Es gab Kanus auszuleihen, mit denen man z.B. im Morgengrauen über den spiegelglatten See paddeln konnte, wir haben Höhlen durchschwommen, jaaa, durchschwommen, ich war sehr stolz auf mich!, haben wilde Gibbons zumindest gehört und hätten noch Tage in dieser Wildnis zubringen können, aber irgendwann mussten wir leider zurück.

 

Im Anschluss an dieses Naturerlebnis bietet sich das Kontrastprogramm an, zurück in die Zivilisation nach Bangkok, und dazu muss ich nichts extra empfehlen, da findet ihr ja auf SOIBLOSSOM genug Futter. Und dann sind die zwei Wochen auch schon rum...


RESORT Morning Mist: 53/3 Moo6, Klong Sok, Phanom, Suratthani , 84250 Khao Sok, Thailand, buchbar über die üblichen Buchungswebsites


WIEVIEL THAILAND PASST IN 2 WOCHEN URLAUB?

Die Menschen sind so unglaublich unterschiedlich in dem was sie mögen, ich zum Beispiel liebe reisen, und das am besten nicht unter mindestens 4 Wochen am Stück.

Aber das ist nicht für jeden Menschen so, manche Leute reisen gerne, aber bekommen schnell Heimweh, haben Kinder, mit denen sie nur in den Schulferien verreisen können, haben Haustiere, die sie nicht so lange alleine lassen möchten, oder eventuell einen Beruf, der sie nicht länger als 2 Wochen am Stück den Schreibtisch verlassen lässt. Aber auch für diese Reisenden ist Thailand ein Ziel, und beileibe nicht zwingend ein Pauschalreiseziel.

Da die meisten der Menschen, die mich nach Tipps fragen, in die oben genannte Kategorie fallen, hab ich mir überlegt, ich schlage mal ein paar mögliche Reiserouten vor. In locker Folge wird es an dieser Stelle immer mal wieder einen Vorschlag geben, was man alles Tolles in 2 Wochen Thailand anstellen kann.

Folge 1:

Die Abenteuer & Strandkombi

Bangkok - Chiang Mai - Krabi - Bangkok

 

Die allermeisten Flüge aus Europa gehen direkt nach Bangkok, wer weiter in den Norden will, kann das sehr preiswert (ab ca. 30 euro ) z.B. mit Air Asia, es gibt sicher 10 verschiedene Flüge am Tag. Einzige Schwierigkeit, der Abflug findet auf einem anderen Flughafen statt. Der Reisende muss also einmal die Stadt durchqueren, von Suvarnabhumi Airport zum DonMuang Flughafen, an dem seit einiger Zeit die Inlandsflüge abgefertigt werden. Aber keine Angst es gibt Shuttlebusse.

In Chiang Mai angekommen, sollte man sich mindestens 2 Tage Zeit nehmen die Stadt zu erkunden, eine sehr hübsche Altstadt mit hunderten von Tempeln, eine Stadtmauer mit Wassergraben, fantastische Foodmärkte und eine sehr entspannte Atmosphäre machen das zu einer leichten Aufgabe. Nicht zu vergessen, die mittlerweile ziemlich touristische, aber dennoch sehenswerte Walking Street, ein gigantischer Strassenmarkt, der aber nur am Wochenende stattfindet.

Wenn man dann schon ein wenig akklimatisiert ist, hat man zwei Möglichkeiten, entweder man bleibt in Chiang Mai und macht Tagesausflüge mit dem Mietwagen in die wunderschöne, bergige und dschungelige Umgebung, die Strassen sind in sehr gutem Zustand und die Beschilderung ist auch o.k., oder aber man macht eine kleine Tour mit 3 Übernachtungen. Sehenswerte Ziele in und um die Stadt gibt es wirklich mehr als genug, sehr gut recherchiert zu finden (engl.) unter diesem link

So etwa an Tag 5 oder 6 geht der Flug wieder mit Air Asia zurück diesmal allerdings direkt von Chiang Mai nach Krabi, der Flug dauert etwa 2,5 Stunden. Von Krabi aus sind den Wünschen keine Grenzen gesetzt, Railey Beach, die Ao Nang Bucht oder aber Koh Lanta sind nur einige Ziele, die ohne grossen zeitlichen Aufwand vom Flughafen aus zu erreichen sind. Je nach Hotel, kann man sich auch am Airport abholen lassen, oder aber ein Taxi oder einen Minibus nehmen, die einen praktischerweise vor der Tür des gewünschten Ziels absetzen. Eine Anleitung für das optimale Strandvergnügen brauche ich euch sicher nicht zu geben. 

 

Im Anschluss stellt sich eigentlich nur die Frage, ob einem nach dem ultimativen Entspannungs – Sonnenuntergangs – Schwimm, oder auch Tauchvergnügen noch nach einem kleinen Stadtabenteuer in Bangkok zumute ist, bevor die Heimreise nach Europa ansteht, etwas was ich persönlich natürlich sehr empfehlen würde. Tipps dazu finden sich auf soiblossom zuhauf.

Und dann sind die 2 Wochen auch schon rum, aber eins ist sicher, nach den 2 Wochen ist der Kopf voll mit Bildern, von denen man noch lange hat.


THAILAND MY LOVE

Nachdem meine Liebeserklärung an Bangkok aus der letzten Woche soviele Freunde gefunden hat, hab ich mir überlegt das gleiche Prinzip auch für das ganze Land zu übertragen. 10 sehr verschiedene, nach meinen subjektiven Kriterien ausgesuchte Orte in Thailand finden sich auf der Liste. Wo ich am liebsten bin, was ich für charakteristisch halte, warum ich immer und immer wieder nach Thailand fahre. 

 

PUH CHEE FAH
PUH CHEE FAH
AMPHAWA
AMPHAWA
MAE FAH LUANG
MAE FAH LUANG
Tao Hong Tai 'd Kunst' Gallerie in Ratchaburi
TAO HONG TAI 'D KUNST GALLERIE IN RATCHABURI
HORNBILL IM KHAO YAI NATIONAL PARK
HORNBILL IM KHAO YAI NATIONAL PARK
HOTEL SRILANTA AUF KOH LANTA
HOTEL SRILANTA AUF KOH LANTA
MEIN LIEBSTER FREUND UNTERWASSER: EIN BABYBOXFISCH
MEIN LIEBSTER FREUND UNTERWASSER: EIN BABYBOXFISCH
DIE PUTZIGEN TIERCHEN (SO HOCH, WIE EIN HAUS) STANDEN AM WEGESRAND AUF DER MOPEDTOUR RUND UM CHIANG RAI
DIE PUTZIGEN TIERCHEN (SO HOCH, WIE EIN HAUS) STANDEN AM WEGESRAND AUF DER MOPEDTOUR RUND UM CHIANG RAI
Das Wat Pa Dara Pirom nahe Chiang Mai
Das Wat Pa Dara Pirom nahe Chiang Mai

01. Bangkok

Bangkok ist selbstverständlich meine Nummer 1, dazu muss ich eigentlich nichts mehr sagen, ausser dass es für mich kaum einen anderen Ort auf der Welt gibt, der mich so nachhaltig begeistert...Bangkok I LOVE YOU, trotz des Verkehrschaos, trotz der Korruption, trotz der Touristenabzocke....
 
02. Der Puh Chee Fah
Der was??? werden viele Leser fragen, nie gehört. Der Puh Chee Fah ist ein 1628 Meter hoher Berg im Nordosten Thailands, an der Grenze zu Laos. Und was ist daran jetzt so toll? Die Landschaft ist absolut grossartig, es sieht fast aus wie in Irland, ich liebe die Berge in Thailand. Im Gegensatz zu den meisten Reisenden in den Tropen, sind für mich die Berge das eigentliche Highlight jeder Reise. Es ist mucksmäuschen still auf dem Gipfel, man kann unten ganz klein den Mekong fliessen sehen, der Wind schiebt riesige Wolkenberge über den Himmel. So fühlt sich Glück an, zumindest in der Nebensaison bis November, dann rollen Reisebusse mit thailändischen Touristengruppen in Massen über die engen Passstrassen, und mit der Ruhe ist es vorbei.
Puh Chee Fah, südlich von Chiang Kong, eine Streckenbeschreibung findet sich hier: http://www.travelfish.org/feature/19
 
03. Mae Fah Luang in Chiang Rai
Wo wir schon grad im Norden sind, diese wunderschöne, weitläufige Parkanlage in Chiang Rai, angelegt 1984 zu Ehren der Mutter des Königs, die im Norden des Landes besonders geliebt wird, ist eine Sehenswürdigkeit, die zumindest von ausländischen Besuchern kaum besucht wird. Was ein Fehler ist. Traditionelle Handwerkskünste werden hier, im Rahmen einer Stiftung, an junge interessierte Menschen weitergegeben, gute Idee. Die eigentliche Attraktion aber ist ein komplett aus Teak gefertigter Palast auf Stelzen, der Haw Khum. Der Reisegefährte und ich waren mit der Führerin alleine im Inneren dieses dunklen, mit alten Götterbildnissen dekorierten heiligen Hauses, und es hat mich sehr beeindruckt ob seiner Schönheit und Eleganz.
Mae Fah Luang Art and Cultural Park 313 Moo 7, Ban Pa Ngiew, Tambon Robwiang, Amphoe Muang, Chiang Rai (ca. 3km westlich der Innenstadt), Öffnungszeiten Di - So 10.00h bis 18.00h
 
04. Tao Hong Tai 'd Kunst' Gallerie in Ratchaburi
Als kunstinteressierter Mensch hab ich in Thailand so meine Schwierigkeiten. Kunst ist in Thailand nur selten vergleichbar, mit dem was man in Europa aus den Museen kennt, meist beschäftigen sich die Künstler mit dem Buddhismus oder der Königsfamilie, überhaupt sind Kunstmuseen hier kein gesellschaftlicher Faktor, selbst in der Milionenmetropole Bangkok ist die Anzahl sehr überschaubar. Um so mehr hab ich mich gefreut die Tao Hong Tai 'd Kunst' Gallerie zu entdecken. Es handelt sich um die private Gallerie des Keramikkünstlers Wasinburee Supanichvorapach, genannt Buree, der sein Land auch dieses Jahr auf der Biennale in Venedig vertreten hat. Alleine schon das Haus ist eine Sehenswürdigkeit an sich, eine komplexe Verbindung von alter thailändischer Tradition mit sehr moderne Bauweise aus Stahl und Beton, und diese respektlose Kombination alleine ist den Besuch schon wert. Ausgestellt werden Keramikarbeiten junger thailändischer Künstler.
Tao Hong Tai 'd Kunst' Gallerie, Woradet Road, Ratchaburi, schräg gegenüber dem National Museum, Ratchaburi. 
 
05. Ein Wochenende in Amphawa
Apropos Kultur, Essen ist natürlich auch Kultur. Und das geht ganz hervorragend in diesem kleinen, auf Stelzen gebauten Städtchen in der Provinz Samut Songkhram, etwa 90 km westlich von Bangkok.
Ein Wochenende in Amphawa besteht im Wesentlichen daraus, sich zwei Tage lang am Kanal von einem kulinarischen Highlight zum nächsten zu bewegen. Man sitzt auf den Treppenstufen am Wasser, und sucht sich von den zahlreichen, auf kleinen Booten präsentierten und zum Teil auch vor Ort zubereiteten Leckerbissen die Besten aus, gefuttert wird direkt an Ort und Stelle vom Pappteller, mitten im Getümmel, herrlich!
 
06. Das Hotel Sri Lanta auf Koh Lanta
Manchmal zieht es mich doch auch ans Meer, und nachdem mich immer wieder nette Menschen nach einem schönen Hotel fragen, folgt jetzt hier mein liebstes 'Flashpacker' Hotel. Natürlich kann man auch für 25 euro die Nacht sehr hübsch und komfortabel übernachten, aber es gibt Situationen, da hätten die Reisenden es gerne besonders nett, dafür ist das Sri Lanta genau der richtige Ort. Für einen designverliebten Menschen, wie mich, sollte ein etwas teureres Hotel, dann aber auch Wert auf die Optik legen. Das wird hier zu meiner vollsten Zufriedenheit geleistet, und zwar auf eine lässige, unangestrengte Art, Hängematten an Palmen mit Blick aufs Meer, ein schwarz gefliester Pool, ein sehr unterhaltsamer Barkeeper, der einem jeden Getränkewunsch erfüllt, sind nur einige der Vorteile dieses entspannten Hotels direkt am Wasser, was will man mehr...
Sri Lanta, 111 Mu 6 Klongnin BeachKoh Lanta Yai, Krabi 81150 - Thailand, Tel: +66(0) 7566 2688, Fax: +66(0) 7566 2687, email:srilanta@thesrihotels.com

07. Tauchen in der Andamanensee
Sowie ich mich in Bangkok massieren lassen muss, muss ich am thailändischen Meer tauchen gehen, sonst ist das für mich nur der halbe Spass. Zugebenermassen bin ich eigentlich faul, ziemlich faul, was mich unter allen Umständen davon abhält mich mehr als nötig zu bewegen, erst recht bei 30 grad im Schatten. Weil aber das Gefühl unter Wasser die Fische und die grandiose Natur zu beobachten, mit nichts anderem auf der Welt zu vergleichen ist, muss ich mich selber überlisten. Ich buche eine Tauchsafari, mindestens 4 Tage am Stück auf See, jeden Tag 3-4 Tauchgänge, da komm ich garnicht dazu zu überlegen. Morgens um 6 Uhr rein in einen feuchten, engen Neoprenanzug, das würde ich freiwillig niemals tun, aber ich hab garkeine Wahl, und sobald ich, den Kopf voran, mich senkrecht durch das Blau bewege, an mir vorbei silbrige Gestalten vorbeifliegen und es in den Ohren leise gluckert, weiss ich das es sich gelohnt hat. Und ich werde es wieder tun...am liebsten rund um die Similian Islands, eins der 10 tollsten Tauchgebiete der Welt, solange es nicht zu voll ist.

08. Motorradtour im Norden Thailands
Für mich ist die schönste Art den Norden Thailands zu bereisen auf dem Sozius eines Motorrads. Ich habe das unglaubliche Glück mit einem Reisegefährten unterwegs zu sein, der das genauso liebt wie ich, und der auch noch gerne fährt, ich hab nämlich garkeinen Führerschein. So schleichen wir gemeinsam durch hunderte Haarnadelkurven im Gebirge, verfahren uns auf Schotterpisten im Isaan, winken Schulkindern, werden von Mönchen zum essen eingeladen und schieben gemeinsam auf der verzweifelten Suche nach einer Tankstelle. Wir werden nach Drogen gefilzt, setzen mit dem Motorrad auf einem Floß über den Mekong, und hoffen gemeinsam, dass das schleifende Geräusch nichts zu bedeuten hat. Und abends fallen wir totmüde ins Bett, unglaublich, was wir alles gesehen haben, das wär uns im Auto nie passiert....
Meine liebste Tour bisher, war der Chiang Rai Loop: http://www.travelfish.org/feature/19

09. Geführte Tour durch den Khao Yai National Park
Eigentlich bin ich kein Freund von organisierten Touren, meistens haben die Menschen andere Interessen und ein anderes Tempo als ich. Aber, wenn man Tiere in freier Wildbahn sehen will, kann es äuserst hilfreich sein auf die Expertise von gut organisierten Führern zu vertrauen. Ohne deren Hinweise würde man vermutlich garnichts sehen, weder die Schlange im Unterholz, noch den schaukelnden Gibbon im Baum und wo die wilden Elephanten gerade rumlaufen würde man erst recht nicht wissen. Also haben der Reisegefährte und ich uns einen Ruck gegeben und eine Tour durch den Khao Yai National Park gebucht, und wurden nicht enttäuscht. Sachkundige, sehr liebenswerte Führer, die auch noch gut kochen können, haben uns alles gezeigt, was ging. Selbst beim fotografieren wurde fachmännisch Hilfestellung gegeben, ohne das Fernglas unseres Guides hätte ich den gigantischen Hornbill niemals aufs Bild bekommen...
http://www.greenleaftour.com

10. Das Wat Pa Dara Pirom nahe Chiang Mai
Tempel gehören zu einem Thailandbesuch dazu, wie Chili ins Curry. Einer von den Hunderten, die ich besucht habe, hat mich besonders beeindruckt, das Wat Pa Dara Pirom in der Nähe von Chiang Mai. Soviel Pracht und Herrlichkeit, verteilt auf ein riesiges, wunderschön bewachsenes Gelände mitten in der Natur, hab ich sonst noch nirgendwo erlebt. Strahlend weisse Gebäude, innen und aussen so reich verziert und geschmückt, dass der Besucher geblendet wird. Innendrin herrscht  im Halbdunkel eine funkelnde Stille, Altäre erstrecken sich meterhoch, Elephantenstosszähne schmücken die Szenerie, kleine Mönchsstatuen, mit Mützen geschmückt, bewachen dicke goldene Säulen..... Das kann man eigentlich garnicht beschreiben, das muss man gesehen haben. Wer jemals in meiner Heimatstadt Aachen die Domschatzkammer mit den Schäzten Karls des Großen besucht hat, weiss woher mein Faible für diese  Art der Prachtentfaltung kommt.
Wat Pa Dara Pirom, etwa 15 km nördlich von Chiang Mai, die Ortschaft heisst Mae Rim, am besten man nimmt sich ein Taxi.

LIEBESERKLÄRUNG AN BANGKOK IN 10 TEILEN

BANGKOK

Hotspots ist so ein doofes Wort, aber oft fragen mich Freunde, oder auch mir unbekannte Soiblossom Leser, was wohl meine liebsten Orte in Bangkok seien.
Deswegen hab ich jetzt mal eine sehr subjektive Liste mit meinen definitiven 10 allerliebsten Orten gemacht, wobei, eigentlich sind es nicht unbedingt Orte...
Ich hab mich selber gefragt, was wären die Sachen, die ich machen oder Freunden zeigen wollte, um die Stadt am besten zu charakterisieren, mit all ihren Facetten, und jenseits vom Reiseführer Mainstream.
Et voila, das ist das Ergebnis, es handelt sich dabei übrigens ausdrücklich nicht um ein Rangking, ich wollte mich einfach nur auf eine runde Zahl beschränken, es hätten genauso gut 23 Begriffe werden können...

 

01. Golden Mount
Wat Saket ist natürlich auch ein Tempel, aber dewegen ist er nicht auf der Liste. Der Ausblick ist es, der diesen Platz so besonders macht. Wie ein goldenes Sahnehäubchen trohnt der Chedi auf einem künstlich aufgeschütteten Berg mitten in der Stadt, unweit des Democracy Monuments. Spiralförmig winden sich 318 Treppenstufen nach oben, und nach oben heisst in diesem Fall, im Tempel drinnen über eine sehr sehr schmale Stiege (oneway)  bis auf die Terasse auf der der Chedi steht. Frische Luft und ein sensationeller 360 Grad Ausblick über die ganze Stadt machen die Anstrengung absolut wett. Das ist der ideale Platz um sich zu sortieren und in Ruhe zu überlegen, was der Tag noch so bringen könnte...

Wat Saket:  344 Avenue Road, Bangkok

02. eine Flussfahrt auf dem Chao Praya
Natürlich dient das orange Flag Boot den Locals perfekt als stauunabhängiges Verkehrsmittel, für mich ist es aber deutlich mehr. Ich steige für gewöhnlich an der Station Saphan Thaksin ein und je nachdem wieviel Zeit ich habe, fahre ich auch mal bis zu Endstation, die einen bis weit raus an den Rand der Stadt bringt, wo Stelzenhäuser das Ufer säumen, und man schon fast das Gefühl hat auf dem Land zu sein. Man sitzt auf dem Boot bequem mitten im Getümmel, zwischen Schulkindern, Mönchen und ganz normalen Leuten, die ihre Einkäufe nach Hause transportieren und lässt sich sehr entspannt vorbei schippern an der famosen Stadt, die Gischt spritzt, es schaukelt ein wenig, himmlisch....dann hab ich das Gefühl wieder in meiner liebsten Stadt zuhause zu sein.

03. Kein Aufenthalt in Bangkok ohne einen Besuch auf dem Chatuchak
und zwar am liebsten am späten Samstagnachmittag, auch wenn ich garnichts kaufen will (was mir natürlich nie gelingt, kein Wunder bei dem Angebot). Der angeblich grösste Markt Asiens, mit ca. 15000 Shops ist ein Phänomen, natürlich sind auch immer Horden an Touristen unterwegs, aber eigentlich ist es der perfekte Tummelplatz für die Thai-Jugend, denen zuzuschauen ein grosser Spass ist. Für gewöhnlich treffe ich mich mit Freunden im Cafe Doi Tung auf einen eisgekühlten Cappucino und dann stürzen wir uns gemeinsam ins Vergnügen, der Ausflug endet meistens gegen 18 Uhr in einer der zahlreichen open air Bars mit lauter Musik, da sitzen wir dann leicht erschöpft bei einem leckeren Bier, lassen die aufgekratzten Youngster an uns vorbei defilieren, zeigen uns unsere erworbenen Schätze und planen wo wir den Rest des Samstagabends verbringen.
Chatuchak Markt: MRT Kamphaeng Phet Station

4. WTF
Schön ist es ja, wenn der Mensch einen Ort in der Fremde findet, an dem er sich so richtig zu Hause fühlt. So ein Ort ist das WTF für mich. Die winzige Bar in einer Seitenstrasse der Sukhumvit hat sich mit der Zeit zu einer Art zweitem Wohnzimmer entwickelt. Chris und Som, die beiden Besitzer, sind mittlerweile Freunde geworden, die mich auch schon in Hamburg besucht haben. Sie schaffen es ganz entspannt eine unnachahmliche Mischung aus Expats und Thais zusammenzubringen, die die Atmosphäre wirklich unverwechselbar macht, ganz zu schweigen von den hervorragenden Drinks.
WTF: 7, Sukhumvit soi 51, Bangkok, http://wtfbangkok.com

5. Massage
Ich kann mir nicht vorstellen in Bangkok zu sein, ohne mich massieren zu lassen, was wäre das für eine Verschwendung :-) In Hamburg gönne ich mir das eher selten, aber in der Stadt der Engel gehört es regelrecht zum Pflichtprogramm sich so richtig durchkneten zu lassen, am besten 1 1/2 Stunden, und am liebsten im Ruen Nuad, in einer wunderbaren kleine Holzvilla in Silom im Hinterhof. Das ist quasi Urlaub im Urlaub, danach sitzt alles wieder an der richtigen Stelle und man fühlt sich wie neugeboren.
Ruen Nuad, 42 Convent Road, in Silom, ruen_nuad@yahoo.com, geöffnet von 10.00h - 22.00h

6. Die Lebensmittelabteilung im Siam Paragon. 

Jetzt bewegen wir uns in die Abteilung Luxus..., dass Essen für Thais extrem wichtig ist dürfte mittlerweile bekannt sein, welche Blüten das treiben kann, wird einem im Basement dieser exklusiven Shoppingmall ganz wunderbar vor Augen geführt, Petitfours präsentiert wie Juwelen, Berge exotischer Früchte dekoriert als wären sie von Versace, beleuchtet von riesigen Krohnleuchtern, das alles hat mit den Lebensmittelabteilungen in deutschen Kaufhäusern (selbst im Alsterhaus in Hamburg, dem ersten Haus am Platz) rein garnichts zu tun. Hier wird der Genuss zelebriert, ohne Kosten und Mühen zu scheuen. Und selbst, wenn man keinen Hunger hat, was eine Schande wäre, ist das ganze ein Erlebnis.
Siam Paragon: 991 Rama 1 Rd, Bangkok

7. Chinatown by night
Es funkelt und blinkt, es dampft und duftet, es ist ohrenbetäubend laut..., nein wir sind nicht in der Disco...wir sind nachts in Chinatown, genauer gesagt auf der Yaowarat, zwischen pfeifenden Verkehrspolizisten, Streetfoodständen, Bussen, Autos, Tuk-Tuks, und hunderten von Menschen auf den Bürgersteigen, grossartig!! Mehr Angriff auf die Sinnesorgane geht nicht, ich liebe es.
Chinatown, Yaowarat Road, Bangkok

8. Die Thai-Oase im Garten
Dieses Restaurant ist quasi das Gegenteil von Chinatown, versteckt in Ari in einer minikleinen Soi, in einem mit Lichterketten dekorierten Garten, sitzt man sehr entspannt und ordert den ganzen Tisch voll mit Thaifood Köstlichkeiten. Dieser Ort ist mit ein Grund, warum Bangkok mich so fasziniert, in dieser Stadt gibt es alles gleichzeitig, es ist laut und leise, hektisch und entspannt, Shoppingwahnsinn und Spiritualität, Wolkenkratzer und Holzhäuser, Hightech und Tempel, alles gibt es, mehr oder weniger friedlich, gleichberechtigt nebeneinander, und ich mittendrin...
Das Gartenrestaurant: Baan Pueng Chom, in der Soi Chua Chit, die geht ab von der Soi Ari, direkt an der BTS Station Ari

9. Bus fahren
Es gibt eigentlich kaum eine Möglichkeit die Stadt besser und unmittelbarer kennenzulernen als im öffentlichen Bus, kaum ein Tourist macht das, man braucht Zeit und ein wenig Geduld, immerhin ist das Bangkoker Busnetz eins der grössten der Welt. Aber wenn man erstmal drinsitzt in so einem rumpelnden Ungetüm, ohne Fenster, mit Holzfussboden und silbern funkelnder Decke und die Stadt rauscht an einem vorüber (es sei denn man steht im Stau, was auch nicht so selten ist) dann fühle ich zumindest mich ziemlich wohl. Am schönsten ist es eigentlich nachts, ich bin oft aus Banglampho nach Ari mit dem Bus nach Hause gefahren...., kann ich schlecht beschreiben, muss man ausprobieren.

10. Bummel auf der anderen Flussseite
Die andere Flussseite ist schwer im kommen, seitdem der Skytrain auch auf die der Stadtmitte gegenüber liegende Seite des Chao Pray fährt, sind diese Stadtteile deutlich attraktiver geworden, aber immer noch gibt es, sogar direkt am Fluss, Gegenden wo man das Gefühl hat auf dem Dorf zu sein. Das Portugiesenviertel rund um die Kirche Santa Cruz ist so ein Ort, man kann durch stille Gassen bummeln, an alten Herrschaften vorbei, die wie seit ewigen Zeiten vor ihren Häusern sitzen und quatschen, Kinder spielen, Katzen streunen, der Moloch Bangkok scheint ewig weit weg zu sein, dabei ist er nur auf der anderen Seite des Flusses.


MEINE TOP-5 ZUM THEMA REISEN UND MEDIZIN IN THAILAND

OPFERGABEN HELFEN LEIDER BEI VERDORBENEM MAGEN EHER NICHT
OPFERGABEN HELFEN LEIDER BEI VERDORBENEM MAGEN EHER NICHT

Heute gibt es an dieser Stelle einen Beitrag zu einem Thema, welches man nicht aus den Augen verlieren sollte, auch wenn es nicht das angenehmste ist.
Vorweg möchte ich noch ausdrücklich sagen, das dieser Artikel selbstverständlich keine eigenen Recherchen und schon gar keinen Besuch beim Arzt ersetzt, ich berichte ausschliesslich von meinen eigenen Erfahrungen, das kann für jeden einzelnen Reisenden unter Umständen ganz anders aussehen. 

1. Bevor es losgeht in die Ferne
Vor meiner ersten Asienreise, hab ich mich von einem Tropenarzt beraten lassen. Diese Beratung macht nicht jeder Arzt, da sollte man vorher recherchieren welcher Mediziner dafür ausgebildet ist, auch hat nicht jeder niedergelassene Arzt die Zulassung für bestimmte Impfungen, die eventuell nötig sind. Die Beratung musste ich selber bezahlen, meine Kasse hat das nicht übernommen, der Termin dauerte etwa 1/2 Stunde und man sollte seinen Impfpass mitbringen. Je nach Art und Ort des Aufenthalts, Pauschalreise, Backpacking oder humanitärer Dienst, empfiehlt der Arzt unterschiedliche Impfungen. Neben Hepatitis und Tetanus wurde mir für Asien eine Tollwutimpfung nahe gelegt, da Tollwut leider wieder auf dem Vormarsch ist. Je nachdem, wo man sich aufhält, kann ein Arzt ja weit weg sein, und immerhin ist Tollwut tödlich.

2. Die Reiseapotheke
(der Inhalt ist natürlich auch abhängig davon, wie weit enfernt von der Zivilisation der Reisende sich aufhält. Grundsätzlich aber gilt: in Deutschland verschriebene Medikamente sollte man in ausreichender Menge dabei haben, in Bangkok gibt es zwar an jeder Strassenecke Drugstores, die haben aber mit einer Apotheke in unserem deutschen Sinne nur bedingt Gemeinsamkeiten, und was in den dort erhältlichen Pillenpackungen drin ist, weiss unter Umständen nur der berühmte Geier...)
Meine persönliche Reiseapotheke enthält immer folgende Einzelteile:

  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Desinfektionsspray (bei der Hitze entzünden sich auch kleine Wunden schneller als im kalten Deutschland)
  • Nasenspray (durch den ständigen Wechsel von Hitze und Klimaanlage, ist ein Schnupfen leider keine Seltenheit)
  • Immodium oder ähnliches Produkt (dazu unten später mehr)
  • Elektrolytpulver
  • Schmerztabletten
  • Breitband-Antibiotika (verschreibungspflichtig, z.B. gegen Blasenentzündung oder Ohrinfektionen nach dem tauchen)
  • besonders vorsichtige Menschen haben auch Einwegspritzen dabei, falls einem ein Arzt nicht vertrauenswürdig erscheint, ist mir zum Glück noch nie passiert.

3. Extrem wichtig ist MÜCKENSCHUTZ!!! 
Auch, wenn, in Thailand zumindest, Malaria, bis auf einige wenige Gegenden im Grenzdschungel zu Kambodscha, ausgerottet ist, so können die Mücken z.B. Denguefieber übertragen, eine nicht ungefährliche Krankheit, gegen die man leider nicht impfen kann. Da hilft nur Mückenschutz in Form von Sprays oder Moskitonetzen zum schlafen. Sinnvoll ist es auch ab der blauen Stunde, ca. 17 Uhr, langärmelige Shirts und lange Hosen zu tragen, um erst garnicht gestochen zu werden. Die Anti-Mückenmittel, die in Thailand überall (seven/eleven an jeder Strassenecke) zu kaufen sind, haben übrigens eine sehr viel höhere Dosis an Gift, und sind deutlich wirksamer, folglich braucht man sein Gepäck von Deutschland aus, damit schon mal nicht belasten. 

4.Magen-Darm-Erkrankungen
Die meisten, eher harmlosen, Magen-Darm Probleme entstehen durch den Genuss von ungenügend gewaschenen, rohen Lebensmitteln, wie Salat oder Obst, in schlimmeren Fällen von nicht durchgegahrtem Huhn oder Fisch.
Eiswürfel verursachen in Thailand keine Probleme, Eiswürfel werden in Thailand immer aus sauberem Trinkwasser gemacht, darauf kann man sich verlassen. 
Wenn man sich nun doch mal was eingefangen hat, empfehlen manche Reisende Immodium. Dazu möchte ich eine persönliche Anmerkung machen, sollte man sich an irgendetwas den Magen verdorben haben, müssen die Erreger raus, hilft leider nix...Immodium und ähnliche Präparate sorgen dafür, dass der Darm lahm liegt, und der ganze Mist drin bleibt. Das kann im Fall, dass eine längere Busreise ansteht Sinn machen, wird aber vermutlich dazu führen, dass alles im Anschluss eher schlimmer wird, also sollte man genau abwägen ob eine Einnahme sinnvoll und notwendig ist. 
Nachdem sich der Reisegefährte, vor Jahren in Indien an schlechtem Huhn, aber so richtig den Magen verdorben hatte, und kein Arzt weit und breit zu finden war, kurierte ihn ein Einheimischer mit frischem abgekochtem Ingwer und dem Wasser von abgekochtem Reis. Nach drei Tagen mit hohem Fieber, war er unglaublicherweise wieder fit. Sollte innerhalb von drei bis vier Tagen keine Besserung eintreten, bitte, wenn irgend möglich, einen Mediziner um Rat fragen! Ansonsten gilt, auf Grund des hohen Flüssigkeitverlustes viel trinken! und eventuell mit Elektrolyten den Mineralhaushalt auffüllen.

5. Wenn doch mal was Schlimmeres ist...
Thailands medizinische Versorgung ist, zumindest in Bangkok und Chiang Mai, sehr gut, und braucht den Vergleich mit internationalen Standards nicht im mindesten zu scheuen, ganz im Gegenteil. Viele Patienten reisen aus der Ferne (besonders aus den Emiraten) extra an, um sich in Bangkok behandeln zu lassen. Eine handvoll renommierter Kliniken in Bangkok ist speziell auf die Versorgung von Ausländern (und begüterten Thais) eingestellt. Die Mediziner sprechen alle gut englisch, sind an international anerkannten Universitäten ausgebildet, perfekt organisiert und flössen einem wirklich Vertrauen ein (ich hab mich sehr gut aufgehoben gefühlt!!!) In meinem speziellen Fall, waren der Grund meines Besuchs massive Zahnschmerzen, eine Plombe hatte sich in ihre Bestandteile aufgelöst, der Nerv entzündet. Es folgte eine mehrwöchige Wurzelbehandlung mit anschliessender Anpassung einer neuen Krone. Die Kommunikation verlief absolut reibungslos, die Schmerzen hielten sich in vertretbaren Grenzen. Nach sechs Wochen war alles fertig und mein Zahn wie neu, das Ganze ist jetzt zwei Jahre her und immer noch ist alles picobello. Bezahlt wird nach der Behandlung auf Rechnung vor Ort, den Großteil der Kosten (etwa 1/3 dessen, was es in Deutschland gekostet hätte) hat meine Auslandskrankenversicherung übernommen.
Hier der Link zu der Klinik, in der ich behandelt wurde: http://www.bumrungrad.com
Natürlich gibt es noch andere Krankenhäuser mit dem gleichen Standard. Sollte der Patient die Möglichkeit haben, einen der thailändischen Sprache kundigen Begleiter mitzunehmen, und eine rein thailändische Klinik aufsuchen, erweitert sich das Angebot an guter medizinischer Betreuung immens, und die Kosten sinken deutlich.

MEINE TOP-FIVE DER SCHÖNSTEN TEMPEL BANGKOKS

WAT PO
DER WAT PO BEI NACHT

Als katholisch, im Rheinland aufgewachsener Mensch, hab ich einen grossen Faible für  jede Form von religiöser, nennen wir es 'Dekoration'. Und was das angeht, komm ich in Thailand voll auf meine Kosten. Auch nach nach meinen unzähligen Reisen durch diverse asiatische Länder, muss ich offen gestehen, die thailändischen Tempel (auf thai: Wat) sind mir  die liebsten, mehr Pracht und Herrlichkeit geht garnicht. Ich liebe das goldene Gefunkel, den schweren Duft der Räucherstäbchen und den Rausch der Farben, all das ein Angriff auf alle meine Sinne, ungetrübt von rationalem Verstehen der Vorgänge, ich bin nicht gläubig, weder katholisch noch buddhistisch. Meine Kriterien sind in diesem Fall rein sinnlich ästhetische, wenn mir der Krach und das Durcheinander auf Bangkoks Strassen zuviel wird, gibt es nicht Schöneres als mich in das kühle Halbdunkel eines Tempels zurückzuziehen und die meditative Stille zu geniessen.

Ein paar Spielregeln gilt es aber zu beachten:

1. Auch wenn es heutzutage nicht mehr so streng gehandelt wird, der Besucher sollte angemessen gekleidet sein, angemessen heisst, keine Hotpants und keine blanken Schultern.

2. Vor dem Betreten des Heiligsten, genannt Viharn, bitte Schuhe ausziehen

3. Im Hauptbereich des Tempels setzt man sich mit untergeschlagenen Beinen vor den oder die Buddhas. Die Füße gelten als unrein und dürfen nicht in Richtung der Buddhas zeigen. 

 

Im folgenden hier eine sehr subjektive Auswahl, meine Top-Five der schönsten Tempel Bangkoks:

 

01. DER BERÜHMTE

Unangefochten, einer meiner liebsten Plätze in der Stadt, trotz Unmengen an Touristen, der WAT PO. Diese fantastische, riesige Anlage hat mitnichten nur den beeindruckenden liegenden Buddha zu bieten. Am Geburtsort der thailändischen Massage, ja genau, hier kommt sie her, kann man sich sogar nach allen Regeln der Kunst massieren lassen. Meine allerliebste Zeit für einen Besuch ist nach Sonnenuntergang, dann, wenn die meisten Touristen schon wieder weg sind, sind die wunderschönen Seitenkapellen, zum Teil geschmückt mit goldenen Elefanten und haushohen Buddhastatuen mein Ziel. Katzen streunen zwischen den kachelgeschmückten Chedis umher und kleine, orange gewandete Mönchskinder spielen Fussball zwischen den chinesischen Steinfiguren.

Where to find: WAT PO, Sanam Chai Road, Rattanankosin, Bangkok

02. DER WINZIGE

Direkt ums Eck beim Wat Po liegt quasi der Gegenentwurf zu dieser hochherrschaftlichen Klosteranlage. Es handelt sich nur um einen Raum und ich kennen noch nicht mal den Namen, ich vermute, dass es sich um einen heiligen Ort für chinesisch stämmige Thais handelt, da unweit von ihm viele chinesische Händler ihre Geschäfte haben, und kein schlanker goldener Buddha den Altar ziert, sondern viele bunt angezogene kleine Götter. Es ist schummrig, von der Decke baumeln bestickte seidene Lampions und profane und religiöse Utensilien teilen sich den Platz.Das ist kein Ort für Repräsentation, sondern zum Opfer darbringen und beten.

Where to find: parallel zur Soi Pen Phat 1, in welcher sich auch ein Ableger der berühmten Massageschule des Wat Pho befindet, schräg gegenüber vom Wat Po, Rattanankosin, Bangkok. Vor dem Eingang hängen mehrere dicke Papierlampions und die Tür ist sehr hübsch bemalt.

03. MEIN HAUS-TEMPEL

Diesen vermutlich ebenfalls thai-chinesischen, Tempel entdeckte ich auf meinen unzähligen Streifzügen durch Chinatown und little India, auf der Suche nach Einzelteilen für meinen Schmuck. So, dass ich ihn jetzt fast schon als meinen persönlichen Haustempel ansehe, kein Einkauf ohne vorherigen Tempelbesuch. Aufgefallen ist er mir, weil über die unscheinbare, gelbe Mauer ein wunderschöner, sich um eine Lampe windender Drache ragt. Mir persönlich gefällt es besonders gut, wenn der Ort schon eine gewisse Patina hat, und leider wurde der schöne Ort kürzlich renoviert, inklusive der vielen Götter in ihren Glaskästen, sie haben neue Kleider bekommen, aber wir sind uns immer noch sehr verbunden, auch wenn mir die Farben der Wände noch ein bischen zu knallig sind.

Where to find: Chakpet Road, mit dem Chao Praya im Rücken kurz vor und auf der gleichen Strassenseite, wie die Shoppingmall India Emporium

04. DER LUXURIÖSE

Der Wat Bowonniwet liegt in einer Gegend der Stadt, die für ganz andere Dinge berühmt und berüchtigt ist, in Banglampoo unweit der Khao San Road, und ist unglaublich aber wahr, trotz der Nachbarschaft zur Partymeile eine Oase der Ruhe. Hier residiert, wenn man so sagen will, der Papst der Buddhisten in Bangkok. Auch der thailändische König Bhumibol Adulyadej wurde hier ordiniert, wie jeder gläubige, männliche Buddhist hat auch er eine begrenzte Zeit als Mönch gelebt. Diese ausnehmend schöne und sehr gepflegte Klosteranlage mutet wie ein luxuriöses Dorf an, weisse Villen groupieren sich um den Viharn und einige stattliche goldenene Chedis. Eines Abends wurde ich an diesem besonderen Ort zufällig Zeuge der festlichen Ordination einiger junger Männer aus offensichtlich sehr wohlhabenden Familien, danach wusste ich dann auch, warum dieser Tempel diesen ganz besonders gediegenen Luxus austrahlt....

Where to find: Wat Bowonniwet, Phra Sunmen Ecke Bowon Niwet, Banglamphoo, Bangkok

WAT BOWONNIWET IN BANGLAMPHOO
WAT BOWONNIWET IN BANGLAMPHOO

05. DER KURIOSE

Der KUAN YIN Tempel ist eine ganz besondere Kuriosität, gewidmet der Göttin des Mitgefühls und ein Pilgerort für Vegetarier. Die Anlage besteht aus einer Anzahl verschiedenster Gebäude, die alle an Farben, Dekor und Effekten nicht zu überbieten sind und gekrönt wird das ganze von einer Art Wolkenkratzer Tempelturm. Schön ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber sehenswert in jedem Fall. Ohne die Mönche beleidigen zu wollen, religiöses Disneyland trifft es vielleicht am besten. Leider liegt dieser unterhaltsame Ort nicht gerade zentral, aber einen Ausflaug nach Ladprao ist es auf jeden Fall wert.

Where to find: Kuan Yin Tempel, Chokchai 4 Soi 39, Lad Prao, Bangkok, man sieht die Pagode schon von weitem. 

KUAN YIN TEMPEL IN LADPRAO
KUAN YIN TEMPEL IN LADPRAO

24 STUNDEN BANGKOK FÜR FOODJUNKIES

ortokor bangkok
HIER HANDELT ES SICH UM EIN INTERSSANTES DESSERT, GEMACHT AUS EI

Meine Aufenthalte in Bangkok sind geprägt von Essen. Die Thais lieben jede Form von Essen. Essen steht für Leidenschaft, Geselligkeit, Genuss und Entspannung. Restauranttipps werden gehandelt wie Gold. Da die Entfernungen in der Stadt so gigantisch sind, und der Weg mitunter mühsam sein kann (siehe auch 'die Top 10 der Fortbewegung') plane ich meine Tage einfach um die Essensverabredungen herum. Für gewöhnlich trifft man sich mit Freunden zum Lunch und/oder Dinner, das heisst die Wahl der Lokalitäten will wohl überlegt sein. Für diesen Beitrag hab ich mal einen exemplarischen Tag dargestellt, der auf möglichst verschiedene Geschmäcker und Stile eingeht und tatsächlich auch in der genannten Reihenfolge realistisch zu bewältigen ist. Nur ordentlich Apetitt sollte der Mensch schon mitbringen...Na dann mal los...

 

FRÜHSTÜCK:

Die erste Mahlzeit des Tages ist nicht meine liebste, aber wenn schon, dann brauch ich bitte einen vernünftigen Kaffee und gerne etwas Obst dazu, bloss keine Fischsuppe oder etwa Curry... Also steuere ich den allertollsten Foodmarkt der Stadt an, den Or Tor Kor, gegenüber vom berühmten Chatuchakmarkt. Ziemlich in der Mitte der hellen, sehr aufgeräumten Halle befindet sich ein winzig kleiner Kaffeestand, an dem ich mir einen eisgekühlten Cappucino mit viel Zucker gönne, der weckt Tote auf. Dann lasse ich mich vom unglaublich gutsortierten Obst-Angebot inspirieren, an manchen Ständen lassen mich die resoluten Marktfrauen auch probieren. Roseäpfel, Mangos mit Sticky Rice, Mangosteen, oder lieber kleine in Blätter gewickelte Päckchen mit Klebreis, gewürzt mit Kokos, die Wahl fählt schwer. Bepackt mit unzähligen kleinen Tüten setze ich mich auf eine Bank und geniesse meine Einkäufe.

Where to find: Or Tor Kor, Kamphaeng Phet Road, gegenüber vom Chatuchakmarkt, geöffnet 7 Tage die Woche von 8am-6pm, erreichbar mit der BTS Station Mochit

Weiter gehts von da aus mit dem Taxi zum Bootsanleger Kjak Kai (Nr.21) und mit dem Orange Flag Expressboot zum Anleger Thewet.

LUNCH: 

Gutes Essen, am liebsten im Freien, und besser noch mit Blick aufs Wasser und dann bitte auch noch bezahlbar, alles kein Problem, auch diesen hohen Ansprüchen werden wir gerecht. Der Kook Chom Shop liegt direkt am ChaoPraya, bei Hochwasser sogar fast drin, und sieht von aussen aus wie eine billige Rumpelbude. Der, in internationalen Hotels ausgebildete Koch, steht mit seinen Kollegen, in blütenweisser (na ja, fast) Uniform selber am Herd und zaubert eine besondere Mischung aus westlicher und thailändischer Küche. Es kann durchaus ein wenig dauern, bis der hungrige Gast einen Tisch bekommt, hier ist immer ordentlich zu tun, und das hat einen guten Grund, es ist wirklich lecker. Auf den Teller kommen z.B. Spaghetti mit Jakobsmuscheln oder Schnitzel in süß scharfer Sauce, elegant mit Blumen dekoriert und mit max. 120 baht pro Gericht auch ziemlich günstig, und die Location ist einfach unschlagbar.

Where to find:  Thewet Express Boat Pier, hinter dem überdachten Anleger die erste Bude links. Nach dem essen wieder rauf aufs Boot und aussteigen an Phra Ar Thit (Nr.13)

kook chom shop
KOOK CHOM STEHT PERSÖNLICH AM HERD

FÜR DEN SÜSSEN ZAHN: 
Süssigkeiten, Kuchen und dekorierte Törtchen sind in Bangkok extrem beliebt, das kommt mir gerade recht. Auf der Phra Arthit Road, unweit der rummeligen Khao san Road liegt ein wunderbares, klimatisiertes, winziges Kaffe, die nicht nur guten Kaffee, sondern auch, ich würde fast sagen belgische Konditorkunst im Angebot haben. Leider hab ich mir den Namen nicht gemerkt, aber es ist nicht schwer zu finden, liegt es doch gegenüber des weissen Forts, neben dem bekannten Laden Roti Mathaba, Hausnummer 136 (die im übrigen auch süsse Rotis im Angebot haben).

Immer noch Apettit? dann gehts weiter auf die andere seite der Stadt, wieder rauf aufs Boot, bis zur Station Saphan Thaksin, von da würde ich ein Taxi empfehlen.

DINNER:

Abends hab ich es auch gerne mal ein wenig schicker, wenn auch dieser Laden beileibe keine Adresse für jeden Abend ist. Verwöhnte Gourmets kommen in Bangkok von jeher perfekt auf ihre Kosten und die Thaiküche ist mitnichten nur etwas für Strassenfood oder Imbissbude. Um sich von diesen kulinarischen Fakten überzeugen zu lassen ist der Feinschmeckertempel Bolan im Business District Sukhumvit der ideale Ort. Royal Thaicuisine steht in diesem elegant eingerichteten Holzhaus auf der Karte, perfekt zubereitet von Bo und Dylan, einem liebenswürdigen Paar, die sich ihre Lorbeeren im Michelinstern gekrönten Nam unter der Leitung von David Thompson in London verdient haben. Für diesen Genuss, am besten bestellt man gleich das Menü, sollte man sich Zeit nehmen, und vor allem vorher einen Tisch reservieren. 

Where to find: BO.LAN, 42 Soi Pichai Ronnarong, Songkram Sukhumvit 26, Klongteoy Bangkok 10110, Tel. +66 (2) 260-2962.
Immer noch fit? Vielleicht noch auf einen Absacker? Wieder rein ins Taxi...

Bolan
THAIFOOD IN SEINER SCHÖNSTEN FORM

DRINKS: 

An schicken Bars mangelt es weissgott nicht in dieser Stadt, ich trinke am liebsten open Air mit Blick auf die unvergleichliche Skyline der Stadt. Es weht ein laues Lüftchen, leiser Jazz und Eiswürfel klimpern in den Ohren und die Damenwelt zeigt sich von ihrer elegantesten Seite, in Bangkok gibts wenigstens was zu gucken, das Motto weniger ist mehr ist hier nicht erfunden worden... Die Wahl fällt schwer, bei dem grossen Angebot, mh, ich entscheide mich für das jüngst eröffnete Sofitel.So, designed von Christian Lacroix, die todschicke HI SO Bar ( HI SO steht im thailändischen für High Society)  hat alles im Angebot um diesen kulinarisch erfolgreichen Tag ausklingen zu lassen und wonach mir der Sinn steht. 

Where to find: Sofitel.So, 2 North Sathorn Road, Telefon:(+66)2/6240000

Gute Nacht!

Sofitel.So
ENDLICH EINMAL HI SO SEIN...

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Kommentare: 7
  • #1

    Christina (Montag, 05 August 2013 15:58)

    Wow, alles einmal bitte! :D

    Ich war leider erst einmal, und das viel zu kurz, in Bangkok. Da folgen hoffentlich noch jede Menge Besuche und das am besten mit deiner Liste im Gepäck. Danke für die Tipps.

    Liebe Grüße
    Christina

  • #2

    gabriele duenwald (Montag, 05 August 2013 17:09)

    liebe christina, vielen dank für deinen kommentar. ich wünsch dir einen guten appetitt! :-)
    ich sammle ab dezember wieder neue kulinarische schätze, und werde berichten.
    liebe grüße
    gabriele

  • #3

    wirwollenreisen (Dienstag, 03 Dezember 2013 16:28)

    Das sieht ja alles sehr lecker aus. Ich glaube, da muss ich auch mal hin. Danke =)

  • #4

    gabriele duenwald (Mittwoch, 04 Dezember 2013 14:42)

    sehr gern geschehen, viel spass beim essen!
    beste grüße aus taiwan
    gabriele

  • #5

    Matthias (Freitag, 26 September 2014 15:13)

    Wahnsinn! Tolle Ideen und Geheimtipps!!! Hab mir grad eine Liste erstellt :D

  • #6

    gabriele duenwald (Montag, 29 September 2014 11:43)

    lieber matthias,
    freut mich, dass dir meine tipps gefallen!
    have fun.
    liebe grüße
    gabriele

  • #7

    Delcini (Freitag, 31 Juli 2015 19:39)

    Das Land muss ich auf jeden Fall sehen. Super Beitrag. Grüße aus St Christina Dolomiten


DIE TOP 10 DER FORTBEWEGUNG IN BANGKOK

Sich in Bangkok von einem Punkt zum anderen zu bewegen kann eine immense Herausforderung sein, es ist sehr heiss, es ist je nach Tageszeit sehr voll und so richtig versteht man die Spielregeln nach denen das Chaos funktionniert auch nicht. Deswegen gibt es hier einen Überblick über die Fortbewegungsmöglichkeiten auf einen Blick, die dem interessierten Besucher das Leben einfacher machen sollen.


01. ZU FUSS UNTERWEGS

Speziell der Deutsche hat ja zum Strassenverkehr eine ganz besondere Einstellung, da gibt es REGELN, REGELN sind dazu da, dass sie eingehalten werden. Das sieht man ja in anderen Ländern durchaus flexibler, z.B. in Thailand, hier gilt: Rücksicht ist was für Schwächlinge....Der Fussgänger ist immer schwächer und hat leider Pech gehabt. Heisst im Klartext, Zebrastreifen und Fussgängerampeln sind reine Dekorationsartikel. Auch Bürgersteige, wenn es denn welche gibt, dienen ehr dazu Gegenstände abzustellen und Löcher zu buddeln (ohne Absperrung selbtsverständlich) oder darauf mit dem Moped den Stau zu umfahren...also bitte Augen aufhalten und sich nie auf  vermeintliche Verkehrsregeln verlassen. Die Thais, die es sich leisten können, würden im übrigen niemals freiwillig zu Fuss gehen, das tun nur Touristen und arme Leute. 

02. TUK-TUK 

Keine gute Idee. Ich persönlich würde vom Tuk-Tuk fahren deutlich abraten, zum einen bekommt der Fahrgast eine kräftige Portion Abgase ab und zum anderen sind die Fahrer echte Schlitzohren. Der Tourist wird grundsätzlich für ein laufendes Portemonaie gehalten und zahlt aberwitzige Preise, die meistens weit über denen eines klimatisierten Taxis liegen, wenn er denn sein Ziel überhaupt erreicht und nicht beim Cousin des Fahrers zum Kauf eines, selbstverständlich antiken Buddhas aus echtem Smaragd genötigt wird.

TUK-TUK
TUK-TUK

03. BTS, AUCH GENANNT SKYTRAIN / METRO

Für eine 10 Millionen Einwohner zählende Metropole ist der öffentliche Nahverkehr in Bangkok ein echter Witz, gerade mal zwei Skytrainlinien, das ist die Bahn auf den fetten Betonstelzen, und eine Metrolinie helfen natürlich dem Dauerstau zu entkommen, sind aber letztenendes nur ein Tropfen auf den berühmten heissen Stein, wobei ausgerechnet die Altstadt Rattanankosin bei beiden Bahnen nicht auf dem Fahrplan steht. Der Skytrain ist für mich, jenachdem wo ich hin will, die praktischste Wahl. Immer auf Tiefkühltemperaturen klimatisiert, in kurzen Abständen getaktet, immer sauber, nur während der Rushhour wird es soooo voll, dass man die Arme nicht mehr heben kann. Aber das wunderbare an der thailändischen Mentalität ist ja, dass einem Niemand auf die Pelle rückt. Bei mehrtägigen Aufenthalten in der Stadt bietet sich im übrigen eine aufladbare Karte an, bekommt man an den Stationen direkt, die einem das Schlangestehen am Kartenautomaten erspart.

BTS BANGKOK

04.TAXI 

Taxi fahren in Bangkok ist spottbillig und recht komfortabel, weil immer klimatisiert, die Wagen sind topgepflegt, weil kein Thai in ein dreckiges, oder verbeultes Auto einsteigen würde. Die allermeisten Fahrer verstehen und sprechen genug englisch, hilfreich ist bei komplizierten Adressen aber auch immer eine Visitenkarte mit dem Ziel.

Die Prozedur läuft folgendermassen ab: man winkt am Strassenrand einen Wagen ran (am besten die pinke oder gelbe Variante) der Fahrer hält, man öffnet die Tür und nennt sein Ziel, jetzt wird es spannend, kennt der Fahrer das Ziel und signalisiert Interesse, könnte man theoretisch einsteigen, nennt er allerdings sofort den Endpreis, NICHT einsteigen, dann zieht er einen über den Tisch. Immer nur mit Meter fahren, alles andere ist Betrug!!! In Zeiten heftiger Staus oder gar bei Regen ist die grösste Kunst überhaupt ein Taxi zu finden, und zum halten zu bringen, manchmal haben die Fahrer auch einfach keine Lust auf komplizierte Ausländer. Grundsätzlich ist Taxi fahren in Bangkok eine feine Sache, nur auch da gilt während der Rushhour lieber nicht, ich hab schonmal eine geschlagenen Sunde im Fond gesessen ohne dass sich der Wagen auch nur einen Milimeter bewegt hätte....

taxi vor königspalast

05. MOPEDTAXI

Mopedtaxis sind eher was für die Einheimischen oder Expats. Da in Bangkok der öffentliche Nahverkehr nur die Hauptstrassen bedient, und die zum Teil ewig langen Nebenstrassen, genannt Sois, eben nicht, nimmt man sich an der Ecke eben ein Moped, welches einen bis vor die Tür bringt. An tausenden Ecken der Stadt versammeln sich junge Männer und teilweise auch Frauen, erkennbar an ihren leuchtend farbigen Westen, um die Bewohner der Seitenstrassen für meist nicht mehr als 20-30 Baht nach Hause zu kutschieren. Das ist eine sehr praktische Angelegenheit, die ich auch regelmässig genutzt habe, wenn einen nicht stört, dass nur der Fahrer einen Helm trägt. Von längeren Strecken auf den vielbefahrenen Hauptstrassen würde ich dringend abraten, die Damen und Herren fahren meist recht sportlich. Da mein Reisegefährte und ich beide eher schmale Figuren sind, durften wir manchmal auch zu zweit hintendrauf....no risk no fun....

06. BUS

Busfahren in Bangkok ist etwas für ausgesprochene Spezialisten, es gibt abertausende Busse, hunderte verschiedenen Linien, öffentliche wie private, grosse Linienbusse mit Holzfussboden und ohne Fensterscheiben und kleine Minibusse mit ausschliesslich auf thai geschriebenen Anzeigetafeln. Allen gemein ist, das sie in den allermeisten Fällen sehr zuverlässig sind, so gut wie nichts kosten und es je nach Linie und Tageszeit echt Spass machen kann damit zu fahren. Nirgendwo ist man dichter dran am normalen Leben der Bangkokbewohner, Touristen nehmen so gut wie nie den Bus, was natürlich auch daran liegt, dass das System was wann wohin fährt kaum zu durchschauen ist. Wer, wie meine Reisegefährte den Ehrgeiz hat es trotzdem zu versuchen, dem sei der in Buchläden erhältliche Busfahrplan ans Herz gelegt. Eins noch, halten tun die Busse nur, wenn man nach ihnen winkt, sonst fahren sie durch und wenn sie halten, dann nur für Sekunden, wer zögert hat Pech gehabt, das gilt fürs ein– wie fürs aussteigen.

07. KLONGBOOT

Eins meiner absolut liebsten Fortbewegungsmittel in der Stadt, das überdies noch den Vorteil hat, völlig unabhängig vom Strassenverkehr zu sein, ist das Klongboot. Ursprünglich war ganz Bangkok von einem dichten Netz an Kanälen durchzogen, ähnlich wie Venedig. Nach und nach haben die Stadväter diese zugunsten von asphaltierten Strassen zuschütten lassen, was ein grosser Fehler war, wie man jeden Nachmittag ab fünf Uhr schmerzhaft bemerkt, wenn man mal wieder im Stau steht. Übriggeblieben ist nur noch ein befahrbarer Klong (Kanal), zumindest auf dieser Seite des Chao Praya. Und auf diesem ziemlich verdreckten Gewässer knattern mit einem Affenzahn grosse Boote entlang, die, genau wie die Busse, nur sekundenlang an den Haltestellen halten. Es ist ohrenbetäubend laut, der Klong stinkt auch ganz schön, je nach Jahreszeit, es geht vorbei an den Rückseiten von Wolkenkratzen und slumartigen Holzhäusern mit frischer Wäsche vor den Fenstern, es ist herrlich, ich liebe es. Die eine der beiden Endstationen liegt übrigens genau unterhalb des Golden Mount und damit sehr praktisch für einen Altstadtbesuch. Gezahlt wird direkt an Bord.

Klongboat

08. CHAO PRAYA EXPRESS / ORANGE FLAG BOAT 

Variante 2 in Sachen Boot fahren, ist das Orange Flag Boat, so genannt, weil auf seinem Dach eine dreieckige orange Flagge weht. Es gibt noch diverse andere Linien, mit anderen Farben, aber die orange ist die am häufigsten fahrende und praktischste. Diese Linienbusse auf dem Wasser befahren den grossen Strom, den Chao Praya, und sind eine perfekte Möglichkeit sich einen wunderbaren Überblick über diese grandiose Stadt zu verschaffen. Niemand braucht Touristenboote zu nehmen, alle wichtigen Ziele sind perfekt erreichbar und die Aussicht von der Mitte des Flusses auf Tempel und Gewusel am Ufer macht mich immer wieder sprachlos vor Glück. Eine Besonderheit gibts noch, direkt am Fuss der Treppe ist der Bereich für die Mönche, sollten heilige Männer an Bord sein, was ziemlich wahrscheinlich ist, hat man ihnen unbedingt Platz zu machen. Ach ja und nochwas, die Boote fahren nur bis Abends um sieben, gezahlt wird auch hier vor Ort.

orange flag boat
orange flag boat

09. ORIENTIERUNG I / DIE NANCY CHANDLER KARTE

Orientierung ist verdammt schwierig in diesem Moloch, genannt Bangkok (oder auch Stadt der Engel), und für jemanden wie mich, ohne jede Art von räumlichem Vorstellungsvermögen, nahezu unmöglich. Wie viele Frauen orientiere ich mich eher an Bildern und Farben, als an abstrakten Himmelsrichtungen. Genau dafür hat die Amerikanerin Nancy Chandler ihre famose Karte der Stadt gezeichnet. Erhältlich in allen Buchläden der Stadt, bitte nicht bei Amazon kaufen, der Preis ist absurd..., finden sich darauf nicht nur Strassennamen, wie auf gewöhnlichen Karten, sondern auch Sehenswürdigkeiten, Geschäfte!!!, Ausflugsziele, Restaurants und alles was das Herz mehr begehrt und von dem man noch garnicht wusste, dass man es gesucht hat. Ich zumindest habe 14 Monate lang das Haus nicht ohne meine Nancy Chandler Karte verlassen.

NANCY CHANDLER MAP
NANCY CHANDLER MAP
NANCY CHANDLER MAP

10. ORIENTIERUNG II / STRASSENNAMEN

Ein bestimmtes Ziel in Bangkok ausfindig zu machen kann ganz schön tricky sein. Die Art der Strassenbezeichnung weicht deutlich von der uns bekannten ab. Hauptstrassen haben in Bangkok einen Namen, wie z.B. Pahonyothin, diese Strassen können endlos lang sein, manche verlaufen mehrere hundert Kilometer bis zu Landesgrenze. Um sich also orientieren zu können, auf welcher Höhe der Strasse das Ziel liegt, haben die Thais den Nebenstrassen, also denen, die direkt von der Hauptstrasse abgehen, Nummern gegeben. Diese Nebenstrassen, oder auch Gassen werden SOI genannt, ich z.B. hab in der Pahonyothin Soi 10 (SOI wie in SOIBLOSSOM) gewohnt. Eine Strassenseite hat gerade Nummern, die gegenüberliegende Seite hat die ungraden Nummern, und damit das ganze nicht zuu einfach wird, liegt unter Umständen die Soi 10 einige Kilometer nördlich oder südlich der Soi 9 auf der anderen Strassenseite, manchmal aber auch nicht. Und dann gibt es noch die Sub-Sois, mit anderen Worten, die Sache ist schwierig....und die Sache mit den Hausnummern hab ich zumindest auch nach Monaten nicht begriffen und das konnte mir interessanterweise auch kein Thai erklären....Reisen ist halt Abenteuer, und wenn man sein Ziel auch beim besten Willen nicht findet, findet man vielleicht was anderes Schönes, von dem man garnicht wusste, dass es existiert.

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Kommentare: 12
  • #1

    Anja (Dienstag, 21 Mai 2013 14:04)

    Sehr geile Beschreibung! Die "Abstufung" der Verkehrsmittel hätte von mir sein können! Beim letzten Besuch in BKK hab ichs dann auch mal mit Bus probiert. Hat Dank passendem Bus-Stadplan auch funktioniert und ist sehr empfehlenswert. Billig und man sieht mal richtig was von der Stadt!
    Liebe Grüße von einer BKK-addicted!

  • #2

    gabriele duenwald (Dienstag, 21 Mai 2013 19:40)

    liebe anja, danke dir für dein feedback. busfahren ist mittlerweile auch meine heimliche leidenschaft, mein reisegefährte hat sich den busfahrplan übrigens abfotografiert und in seinem smartphone gespeichert, dann hat man ihn immer zur hand. liebe grüße zurück von einer, die ebenfalls süchtig nach bangkok ist.
    gabriele von soiblossom

  • #3

    Stefan (Freitag, 24 Mai 2013 10:00)

    No risk - no fun. :-)
    Ich bin zwar in Südostasien schon Motorradtaxi gefahren, muss aber gestehen, in Bangkok bisher andere Verkehrsmittel vorgezogen zu haben. Vielleicht beim nächsten Mal.

    Sehr gute Zusammenfassung der Verkehrsmittel in Bangkok!

  • #4

    gabriele duenwald (Freitag, 24 Mai 2013 10:08)

    danke stefan für deinen kommentar, ehrlich gesagt hat es auch etwas überwindung gekostet, aber die alternative war ca. 20 min in sengender sonne, ohne bürgersteig von der bts station zu meiner wohnung zu laufen, jeden tag hin und zurück... und solange man die hauptstrassen meidet, hält sich die gefahr in grenzen, wenn man ständig angst hat, sollte man eh daheim bleiben :-))

  • #5

    Valerie Maier (Donnerstag, 07 November 2013 12:09)

    Was für ein ausführlicher Eintrag! Ganz toll! Ich war zwar noch nie in Thailand, aber das steht schon lange auf meiner Reiseliste. Bei meinem Urlaub werde ich mich dann sicher an deiner Liste organisieren. Danke dafür!

    Grüße
    Valerie

  • #6

    gabriele duenwald (Donnerstag, 07 November 2013 16:26)

    liebe valerie, gern geschehen.
    gute reise, wenn es soweit sein sollte.
    grüße
    gabriele

  • #7

    Charlotte (Sonntag, 24 Mai 2015 10:36)

    Die Liste ist mega ausführlich. Habe seit längerem nach so einer gesucht weil ich im nächsten Monat auch eine Reise nach Thailand machen werde :D. Danke! VG aus Seiser Alm Hotel

  • #8

    soiblossom (Montag, 01 Juni 2015 20:12)

    Liebe Charlotte, freut mich sehr, wenn ich dir weiterhelfen konnte. Ich wünsch dir eine wunderbare Reise in mein Lieblingsland.
    Liebe Grüße
    Gabriele

  • #9

    Frauke (Samstag, 27 Februar 2016 04:30)

    Liebe Gabriele,
    finde deinen blog so unterhaltsam und informativ.Fliege in zwei Wochen nach Bangkok, freu mich so, auf das bunte Leben, das Essen, mein Hotel (Sofitel So).
    Liebe Grüße,
    Frauke aus Hamburg

  • #10

    soiblossom (Montag, 07 März 2016 17:38)

    liebe frauke, freut mich sehr, wenn dir soiblossom gefällt. und ich wünsch dir eine tolle reise! auf das hotel kanns tdu dich in jedem fall freuen, das ist ziemlich grandios.
    liebe grüße
    gabriele

  • #11

    Tom (Montag, 19 Dezember 2016 18:44)

    Ein sehr schöner Post!

  • #12

    gabriele fail (Donnerstag, 26 Januar 2017 17:24)

    vielen Dank für die liebevollen, genauen, hilfreichen....... Beschreibungen.
    haben 4 Wochen vor uns und die Vorbereitung mit Deinem Blog ist richtig fein!
    alles Liebe
    gfail